Der Favoritenrolle gerecht geworden

Der Favoritenrolle gerecht geworden

Nicht weniger als 27 Autos versammelten sich beim zweiten GTWS-Lauf im portugiesischen Estoril. Neben dem bunten Starterfeld gab es auf der Strecke außer der hohen Wettbewerbsdichte in den verschiedenen Klassen auch einige überraschende Neuzugänge zu bestaunen. Auf dem noch kühlem Asphalt waren beim morgentlichen Qualifying Topzeiten zu erwarten. Einmal mehr war es das Team von Olimp Racing, das das Geschehen an der Spitze von Beginn an dominieren konnte. Im Gegensatz zum ersten Lauf in Portimao trat man nicht mit Audi, sondern mit gleich zwei Ferrari 488 GT3 an. So waren es wieder einmal Karol Basz und Krystian Korzeniowsik, die die Pace machten. Beide konnten auf Anhieb mittlere 1:36er-Zeiten hinlegen und damit sogar Javier Ibran Pardo mit seinem Ligier LMP3 auf den zweiten Platz verweisen.

Auch die beiden in der umkämpften Cup R-Klasse vertretenen 992 GT3 Cup mit den Piloten Sebastian Glaser und Oscar Löfquist lieferten sich ein eindrucksvollen Duel mit Zeiten, die nur knapp über denen etwa des GT3-Ferrari von Uwe Lauer lagen. Theo Oeverhaus, der bereits im Dezember in Portimao alle Bestzeiten und Siege in der GT4-Klasse abräumte, setzte sich mit seinem Mercedes AMG GT4 mit einer Zeit von 1:43,3 min souverän auf die Pole Position. Selbiges gelang auch Marcel Marchewicz, der mit seinem von Schnitzelalm vorbereiteten BMW M2 seiner Klassenkonkurrenz erneut keine Chance ließ.

Beim sonntaglichen Start zum ersten Sprintrennen unter frühlingshaft-sonnigen Bedingungen konnte Marcin Jedlinski den Leistungsvorteil seines Olimp-Ferrari gegenüber Javier Ibran Pardo locker ausspielen. Oscar Löfquist mit seinem von Team Wileco eingesetzten 992 GT3 Cup nutze die Gunst der Stunde und schnappte sich aus Reihe drei startend gleich zwei Autos der nominell stärkeren GT3-Klasse und rettete diesen Platz tatsächlich bis ins Ziel. Damit beendete er seine GTWS-Premiere immerhin als Gesamt-Dritter. Auf Rang vier folgte Johannes Kapfinger mit dem von Huber Motorsport an den Start gebrachten 991.2 GT3 Cup, gefolgt von Simon Eibl im Laptime-Porsche. Pardo fiel im Rennen mit seinem Ligier zwar zwischenzeitlich zurück, konnte sich aber bis zum Ende an die Spitze zurückkämpfen – mit der schnellsten Rennrunde des Wochenendes (1:37,8 min).

Wie schon in Portimao war es Theo Oeverhaus, der nicht nur das Qualifying dominierte, sondern in souveräner Manier auch das erste Sprintrennen für sich entschied. Die amtierenden Meister Haup/Jilkova konnten die Pace mit ihrem von DRADO Racing ZvO eingesetzten AMG GT4 nicht ganz mitgehen, glänzten aber trotzdem mit konstant guten Rundenzeiten. Mit dem für BMW Espagna fahrenden José de los Milagros scheint dem bisherigen Dominator des BMW-Cups, Marcel Marchewicz, eine echte Konkurrenz zu erwachsen. Nach harten, aber durchweg fair ausgetragenen Duellen behielt der Mann von Schnitzelalm Racing jedoch letztlich die Oberhand.

In der Porsche Cayman GT4-Klasse konnte einmal mehr ein schwedischer Fahrer vom Team WILECO auf sich aufmerksam machen: Kennet Ahnelov deklassierte bei seinem ersten Einsatz in der GTWS die versammelte Konkurrenz und lief unmittelbar hinter den amtierenden Meistern als Gesamt-Zwölfter ins Ziel ein.

Ein sehenswertes Duell lieferten sich Löfquist und Glaser mit ihrem 992 GT3 Cup im zweiten Sprintrennen. Nicht so recht in Tritt kommen konnte dagegen Pardo im Ligier, der auf den Geraden gegenüber den drängenden Cup-Porsche einen sichtbar schweren Stand hatte. Eine Safety-Car-Phase ließ am Ende noch einmal richtig Spannung aufkommen. Die beiden ersten Plätze belegten die GT3-Ferrari 488 von Olimp Racing. Der Sieger des Fotofinishs: Karol Basz.

Wie erwartet, standen die beiden Ferrari 488 GT3 von Olimp Racing auch im anschließenden, 45 Minuten dauernden Endurance-Rennen, dem Höhepunkt des GTWC-Wochenendes, auf den beiden vorderen Startplätzen. Und wieder waren es Basz/Jedlinski, die einen weiteren Sieg für das Erfolgsteam verbuchten und auf ihrer Siegestour auch noch Rundenzeiten von sagenhaften 1:37,4 min raushauen konnten. Auf dem zweiten Platz lief der von „Die Biermacher Racing“ eingesetzte Ferrari von Uwe Lauer ein, der sich im Endurance-Rennen zur Verstärkung Francesco Lopes mit ins Cockpit geholt hatte.

Dem erst 18-jährigen Johannes Kapfinger gelang es an seinem ersten GTWS-Rennwochenende auf Anhieb, zusammen mit seinem Zwillingsbruder die Cup R-Klasse zu dominieren. Genauso wie Theo Oeverhaus, der mit seinem AMG GT4 schon in beiden Sprintrennen für sich entschied – vor den Titelverteidigern Haub/Jilkova. Die Cup S-Klassen entschied Kkreamer Racing für sich.

Der dritte von vier Läufen zur GTWS-Meisterschaft wird am 12./13. Februar im andalusischen Jerez ausgetragen.