Schnitzelalm Racing mit Marchewicz/Sander GTWS-Meister

Schnitzelalm Racing mit Marchewicz/Sander GTWS-Meister

NLS 1. Lauf 2022, 67. ADAC Westfalenfahrt, Nürburgring-Nordschleife - Foto: Gruppe C Photography

Regenschauer, nasse Fahrbahn, stehende Gewässer in manchem  Kurvenscheitelpunkt – wer sich hoffnungsvoll ausgemalt hatte, im Umfeld des Circuit Catalunya bei Barcelona würde es Mitte März keine Wetterkapriolen geben, wurde eines Besseren belehrt: Das erste Sprintrennen des vierten und letzten Laufs zur GT Winter Series (GTWS) fiel zwar nicht buchstäblich ins Wasser, aber die Gischt reduzierte den Durchblick bei so manchem der fast 40 in den zehn verschiedenen Klassen antretenden Racer augenscheinlich auf ein Minimum. Dem meteorologischen Tief fielen gleich im ersten Umlauf ein paar Kombattanten zum Opfer, was das für eine halbe Stunde angesetzte Sprintrennen wegen der langen Gelb-Phase auf nur zehn Runden verkürzte.

Die schnellste Rundenzeit im strömenden Regen presste A.Teixeira seinem Ligier LMP3 mutig ab  (2.03,9 Minuten), aber es half ihm nichts: Das Bullitt Racing Team geigte mit seinem wunderschön aufbereiteten, schwarz/roten Aston Martin Vantage GT3 bei diesen widrigen Bedingungen unter spanischen Wolken dermaßen auf, das selbst Teixeira die Zielflagge erst mit einem Abstand von gut elf Sekunden als Zweiter passierten konnte. Der Drittplatzierte, das ebenfalls in der Prototypen-Klasse mit einem LMP3 antretende Team Thor mit A. Gudmundsson am Volant, folgte dem Zweiten mit einem weiteren 30-Sekunden-Respektabstand.

Einen bemerkenswerten Auftritt in diesem strömenden Schiff hatte Daniel Drexel in seinem von Razoon Racing eingesetzten KTM GT4: Er folgte der mit ihren weitaus stärkeren Prototypen und GT3-Boliden um vordere Positionen kämpfenden Spitzengruppe auf dem achtbaren siebten Platz, blieb aber zum Leidwesen aller Beteiligten kurz vor Rennende mit Antriebswellen-Schaden auf der Strecke. Hinter den beiden Porsche 991.2 GT3 Cup von Ecke Motorsport und HP Racing International erkämpfte sich die Startnummer 1, die Vorjahres-Gesamtsieger des Drago Racing Team ZVO, den bravourösen sechsten Platz. Nur eine gute Sekunde dahinter das BMW-Team von Schnitzelalm Racing mit den Fahrern Marcel Marchewicz und Michael Sander auf M2 CS Racing. Für den DTM-erfahrenen Peter Terting, der sich an diesem Rennwochenende erstmals das Steuer mit der schnellen Carrie Schreiner teilte, war das Rennen bereits nach knapp vier Minuten beendet.

Im zweiten, dem für spanische Verhältnisse unter angemessenen Bedingungen ausgetragenen Sprintrennen ließ Teixeira im LMP3 der Konkurrenz gar keine Chance mehr und siegte vor dem zweiten LMP3 mit einem Vorsprung von einer glatten Minute. Peter Terting (Carrie Schreiner) erkämpfte sich mit dem auch vom Schnitzelalm Team eingesetzten Mercedes AMG GT3 hinter den beiden Prototypen den dritten Platz – eine angemessene Kompensation für den Ausfall im ersten Rennen. Mit dem ebenfalls von Schnitzelalm Racing eingesetzten BMW M2 CS Racing erreichte das Team Marchewicz/Sander einen achtbaren elften Gesamtrang und manövrierte sich damit faktisch schon auf die Pole-Position für die Meisterschafts-Gesamtwertung.

Im abschließenden 45-minütigen Endurance-Rennen reichte dem Team schließlich ein elfter Rang, um das Championat der GT Winter Series 2021/22 mit drei Punkten Vorsprung für sich zu entscheiden. Auf dem zweiten Gesamtrang ein weiterer BMW M2 CS Racing mit dem Duo José Manuel de los Milagros Vinela und Nerea Marti vom Team BMW Espana Motorsport. Das Vorjahres-Siegerteam vom Drago Racing Team ZVO mit Robert Haub und Gabriela Jilkova erreichte Gesamtrang drei.