Ganz in Nähe der portugiesischen Atlantikküste bei Cascais, auf geweihtem Formel 1-Boden, bei Sonnenschein, lauen Temperaturen, im Kreise Gleichgesinnter und ohne restriktive Formalitäten Rennen fahren zu können, und zwar nicht nur einmal, sondern drei Mal – zwei Sprint- und ein Endurance-Rennen -, und das konzentriert an einem Wochenende – das lässt das im Winter ermattete Rennfahrer-Herz höher schlagen. Nicht umsonst weist die Einschreibungsliste für den am Wochenende des 15. und 16. Januar auf der Rennstrecke in Estoril stattfindenden zweiten Lauf zur GT Winter Series erneut nicht weniger als 26 Starter aus.

Schon beim ersten Lauf, der Mitte Dezember vergangenen Jahres in Portimao unter besten Bedingungen und unter ebenso großer Beteiligung über die Bühne ging, war es – wie auch in Estoril zu erwarten – die Phalanxe der GT3-Renner, die die vorderen Plätze unter sich ausmachten. Das Team Olimp Racing, das sich aus Portimao mit einem Doppelsieg auf Audi R8 LMS verabschiedete, setzt bei diesem zweiten Lauf zwar auch auf zwei Autos und denselben Fahrer-Besatzungen, – Jedlinski/ Korzeniowski und Jedlinski/Basz -, setzt dieses Mal anstatt Audi aber zwei Ferrari 488 GT3 ein. Mit dem bildchönen Italo-Renner ist das Olimp Racing Team in Estoril aber keineswegs exklusiv unterwegs: Auch das Team von „Die Biermacher Racing“ mit Solo-Pilot Uwe Lauer am Steuer setzt auf 488 GT3. So hochkarätig besetzt, darf man gespannt sein, wie sich diese italienische Großmacht gegen den Mercedes AMG GT3 von Good Speed Racing (Piotr Wira) und den nicht minder beeindruckenden McLaren 720S GT3 von 7TSIX Racing mit Peter Karpati und James Kell am Steuer schlagen.

Zu den Favoriten um die vorderen Plätze müssen außer Javier Ibran Pardo im theoretisch überlegen LMP3-Ligier JSP3 auch die kleine Armada aus Cup-Porsche gerechnet werden, allen voran Sebastian Glaser mit dem von Ecke Motorsport eingesetzten 992 GT3 Cup sowie  den 991.2 GT3 Cup der Teams von  A-Workx Motorsport, HP Racing International, Huber Racing und Laptime-Performance. Die mit der Startnummer 1 antretenden GTWS-Vorjahres-Gesamtsieger Robert Haub und Gabriela Jilkova – jetzt mit der Mannschaft vom Drago Racing Team ZVO erneut auf Mercedes AMG GT4 unterwegs – werden sich gegen den Zweifach-Sieger vom ersten Lauf in Portimao, Theo Oeverhaus im Mercedes AMG GT4, warm anziehen müssen.

Gleich drei von den wegen ihres Leistungs-Handicaps in einer gesonderten Klasse startenden Porsche Cayman GT4 setzt KKraemer Racing ein, womit das Team quantitativ ähnlich dominant auftritt wie das Schnitzelalm Racing Team, die den im Rahmen der GTWS neu etablierten BMW M2 CS racing Winter Cup mit gleich vier Fahrzeuen beleben. Nach den beiden herausragenden Siegen in Portimao wird – so die Vorhersage  – auch in Estoril kaum ein Kraut geben diesen Mann gewachsen sein: Marcel Marchewicz.

Foto: Frozenspeed